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02:57:53!!!! Am 11.10.2020 lief ich meinen ersten offiziellen Marathon und das in einer Zeit unter 3 Stunden. Für mich persönlich der absolute Wahnsinn und ein krönender Abschluss für ein sehr erfolgreiches Laufjahr. 

Wettkämpfe machen mich generell sehr nervös. Ist irgendwie für mich wie Prüfungsstress. Tage davor schlafe ich schon schlecht und male mir aus was wäre, wenn ich mich vorher verletzen würde oder wenn ich während dem Lauf aufs Klo müsste oder was sollte ich anziehen wenn es regnet?! Nervös und unausstehlich, das wäre wohl eine passende Beschreibung. Geplant war eine Zeit unter 03:30. Mir hat Tage davor aber noch ein erfahrener Läufer den Floh ins Ohr gesetzt, dass ich den Marathon auch unter 3 Stunden schaffen könnte.

Mehr habe ich nicht gebraucht, um noch nervöser zu werden, immerhin könnte er recht haben und ich sollte diese Zeit anpeilen. Damit wurde auch die Wahl des Laufschuhes ein kopfzerbrechendes Thema: Brooks Glycerin 17 oder doch lieber den Adidas SL20?

Stundenlang habe ich im Internet recherchiert, welcher Schuh die bessere Wahl wäre. Den Glycerin 17 hatte ich schon mehrfach für lange Läufe getragen. Mit dem SL20 hatte ich aber bis jetzt immer die besten Zeiten auf Längen bis zur Halbmarathondistanz. Aber taugt der auch für eine Marathondistanz? Unschlüssig war ich bis zum Schluss, die Entscheidung traff ich 10 min vor dem Start 😉

Auch was das Essen betrifft, habe ich diesmal auf erfahrene Läufer gehört. 3 Tage davor habe ich angefangen meine Kohlenhydratspeicher aufzufüllen. Also gab es reichlich Nudeln und Reis. Die letzte feste Mahlzeit 12 Stunden vor dem Lauf, damit ein unvorhergesehener Klogang den Lauf frühzeitig beendet. Als Frühstück gab es noch einen halben Proteinshake und eine Flasche isotonisches Sportgetränk. Für den Lauf selbst hatte ich 4 Stück Dextro Energy Liquid Gel mit dabei.
Nachdem es in der Nacht zuvor geregnet hat und es nicht unbedingt warm war, habe ich mich für lange Tights und ein Langarm-Shirt entschieden. Na ja, die Entscheidung bereute ich aber bereits nach dem 2. Kilometer.

An der Startlinie habe ich auch den Läufer getroffen, der mir den Floh mit den 3 Stunden ins Ohr gesetzt hat. Wir haben noch kurz geplaudert und er hat mir empfohlen, mich an einen Läufer zu halten, der in meiner Geschwindigkeit läuft. Ich weiß gar nicht, ob es ihm aufgefallen ist, aber 34 Kilometer war ich in seinem Schlepptau und bin ihm auf 1,5 Meter Abstand wie ein Schatten gefolgt. Tja, der Rest ist Geschichte. Ich habe mich an seine Fersen geheftet und bin gelaufen als würde es kein Morgen geben.

Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich auf den letzten 7 Kilometer noch einmal etwas mehr Schub gemacht und die letzten beiden Kilometer auf Anschlag geballert. Es ist unbeschreiblich, wenn man über die Ziellinie sprintet und die Zeitanzeige unter 3 Stunden steht. Es war einfach MEGA  und ich war so überglücklich, dass ich es in weniger als 2 Jahren geschafft habe ganz vorne mitzumischen. Ein großer Dank natürlich an meinen Pacer, der mich einen Großteil der Strecke mitgeschleppt hat. Ohne ihn wäre das vermutlich nicht möglich gewesen. Schon alleine deswegen, weil ich es nicht versucht hätte.

10. Platz gesamt, 5. Platz in meiner Altersklasse 

Im September und Oktober konnte ich all meine bisherigen persönlichen Bestzeiten in den Schatten stellen.

16:33 auf 5 km, freie Training
34:30 auf 10 km, Airfield Night Run
01:19:47 auf 21,1 km, LCC Babenbergerlauf
02:57:53 auf 42,2 km, LCC Int. Wiener Herbstmarathon